
Frauen in der Leiterschaft
1. Älteste
2. Die Rollen von Mann und Frau
3. Warum Frauen nicht lehren und leiten sollen
4. Frauenkreise und Kindergruppen
5. Was ist mit Deborah, Miriam, Phoebe, Junia usw.?
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1. Älteste
1. Timotheus 3,1-7
1 Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Amt eines Ältesten erstrebt, begehrt er eine hohe Aufgabe. 2 Ein Ältester aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, 3 kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, 4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat, in aller Ehrbarkeit. 5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde GOTTES sorgen? 6 Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle. 7 Er muss aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels.
Titus 1,5-9
5 Deswegen ließ ich dich in Kreta, dass du vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und Stadt für Stadt Älteste einsetzt, wie ich dir befohlen habe: 6 wenn einer untadelig ist, Mann einer einzigen Frau, der gläubige Kinder hat, denen man nicht vorwirft, liederlich oder ungehorsam zu sein. 7 Denn ein Ältester soll untadelig sein als ein Haushalter GOTTES, nicht eigensinnig, nicht jähzornig, kein Säufer, nicht gewalttätig, nicht schändlichen Gewinn suchen; 8 sondern gastfrei, gütig, besonnen, gerecht, heilig, beherrscht; 9 er halte sich an das Wort, das verlässlich ist und der Lehre entspricht, auf dass er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die widersprechen.
Nach GOTTES Willen soll jede christliche Glaubensgemeinschaft Älteste bzw. Gemeindeleiter als Aufseher haben. Zu den Aufgaben eines Ältesten zählen vor allem das Lehren und Unterweisen der Gläubigen in GOTTES Wort sowie deren Anleitung zu einem heiligen und gottesfürchtigen Lebenswandel. Um Ältester zu werden, muss eine Person bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die das neue Testament klar vorgibt. Es heißt u.a., dass ein Ältester Mann einer einzigen Frau sein; d.h. seiner Frau treu sein soll. Diese Formulierung verdeutlicht, dass das Amt eines Ältesten ausschließlich für gläubige Männer bestimmt ist. Dafür spricht auch die Verwendung des Pronomens er, ebenso wie die Forderung, dass ein Ältester seinem Haus gut vorstehen soll. Denn diese Aufgabe ist nur Männern vorbehalten, da der Mann nach GOTTES Willen das Haupt der Frau sein soll (1. Korinther 11,3 / Epheser 5,22-33 / Titus 2,3-5 / 1. Petrus 3,1-6).
Frauen von Ältesten sind keine Älteste, auch wenn sie ihre Männer in deren Funktion als Vorsteher mit Rat und Tat unterstützen dürfen. Dementsprechend besitzt die Frau eines Ältesten auch keine Vollmacht wie ein Ältester. Es werden keinerlei Gründe genannt, weswegen die Voraussetzungen für Älteste nur für eine spezifische Gemeinde oder nur in einer bestimmten Kultur gelten würden; zumal Paulus dieselben Anforderungen auch im Titusbrief wiederholt. Sie haben demnach einen allgemeingültigen Charakter. Insofern erkennt GOTT ausschließlich Männer als Älteste an. Frauen sind hingegen nicht für diese Funktion vorgesehen (auch nicht in Ausnahmefällen). Ein Zuwiderhandeln stellt eine Missachtung der von GOTT festgelegten Gemeindeordnung dar. Der in immer mehr Gesellschaften um sich greifende Feminismus, der die Rolle von Frauen in Führungspositionen hervorhebt, ist ebenfalls eine direkte Rebellion gegen GOTTES Schöpfungsordnung und hat in einer christlichen Versammlung nichts verloren.
Apostelgeschichte 2,15-18
15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; 16 sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: 17 »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht GOTT, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.
Der Prophet Joel sagte voraus, dass GOTT in den letzten Tagen Seinen Geist auf alles Fleisch, d.h. Männer und Frauen ausgießen würde. Diese Tatsache bedeutet jedoch nicht, dass Männer und Frauen dieselben Vollmachten haben. Ebenso wenig wird dadurch GOTTES Ordnung für seine Gemeinde aufgehoben, welche ausschließlich Brüder als Lehrer und Leiter der Versammlung vorsieht. Vielmehr sollen Männer und Frauen mit den Gaben, die sie empfangen haben, in dem von GOTT vorgegebenen Rahmen dienen.
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2. Die Rolle von Mann und Frau
1. Mose 2,21-23
21 Da ließ GOTT der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und Er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. 22 Und GOTT der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die Er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. 23 Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.
Adam und Eva waren die ersten Menschen, die GOTT erschaffen hatte. Zuerst schuf GOTT den Mann, danach die Frau. Hieraus geht die natürliche Schöpfungsordnung, wonach der Mann nach GOTTES Willen Haupt der Frau sein soll, hervor. Während Adam von GOTT aus dem Staub der Erde geschaffen wurde, formte GOTT Eva aus Adams Rippe. Die Bibel sagt, dass die Frau nach GOTTES Willen die Hilfe des Mannes sein soll. Als solche steht die Frau an der Seite ihres Mannes; nicht über ihm. Zudem war es der Mann, dem GOTT das Vorrecht gab, den Tieren im Garten Eden ihre Namen zu geben. Im Hebräischen bedeuten Mensch (hebr.: adam) und Mann dasselbe. Daher werden diese beiden Begriffe oft synonym verwendet.
Mann und Frau sind vor GOTT grundsätzlich gleichwertig und ihr jeweiliger Dienst ist für die Gemeinde von gleicher Wichtigkeit. Dennoch soll die Frau sich ihrem Mann nach GOTTES Willen in allem unterordnen. Das macht Männer gegenüber Frauen weder besser noch wertvoller. Vielmehr teilt GOTT Aufgaben und Vollmachten in der Gemeinde so zu, wie es den natürlichen geschlechtsspezifischen Begabungen und Stärken von Männern und Frauen entspricht. Das bedeutet nicht, dass es nicht Frauen gibt, die theoretisch in der Lage wären, zu lehren oder zu leiten. Dennoch sollen Männer nach GOTTES Willen als Führungspersonen und Frauen in unterstützenden Funktionen dienen. GOTT erwartet, dass wir Seine Ordnungen in Demut anerkennen, auch wenn sie von unseren persönlichen Vorstellungen und Ambitionen abweichen. GOTT kennt uns Menschen am besten und weiß daher, wie Männer und Frauen ticken. Auf diese Weise möchte GOTT ein harmonisches und friedvolles Miteinander sicherstellen. Dies soll wiederum zu einer optimalen Auferbauung der Gemeinde beitragen. Zu den Aufgaben und Diensten für Frauen in der Gemeinde zählen:
→ beten 2. Korinther 11,3
→ weissagen 2. Korinther 11,3
→ jüngere Frauen unterweisen / anleiten Titus 2,4-5
→ Kinder gebären und erziehen 1. Timotheus 2,15
→ praktisch dienen / Hilfsdienste leisten / sich um die Essenversorgung kümmern Sprüche 1,8 / Sprüche 6,20 / Sprüche 31,10-31
→ Geistesgaben ausüben; außer Lehren / Leiten 1. Korinther 12
→ das Evangelium weitergeben Apostelgeschichte 18,26
1. Mose 3,16
16 Und zur Frau sprach Er (GOTT): Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.
1. Korinther 11,3
3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; GOTT aber ist das Haupt Christi.
Epheser 5,21-23 + 33
21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi. 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. 23 Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist – er hat sie als seinen Leib gerettet. 24 Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen. (...) 33 Darum auch ihr: ein jeder liebe seine Frau wie sich selbst; die Frau aber habe Ehrfurcht vor dem Mann.
1. Petrus 3,1-6
1 Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch den Wandel ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, 2 wenn sie ansehen, wie ehrfürchtig und rein ihr lebt. 3 Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein – mit Haarflechten, goldenen Ketten oder prächtigen Kleidern –, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens, unvergänglich, mit sanftem und stillem Geist: Das ist köstlich vor GOTT. 5 Denn so haben sich vorzeiten auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf GOTT setzten und sich ihren Männern unterordneten, 6 wie Sara Abraham gehorsam war und ihn Herr nannte; deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr das Gute tut und keinen Schrecken fürchtet.
Im Laufe der Zeit wurde GOTTES Schöpfungsordnung immer mehr verdreht und aufgeweicht. Unmittelbar nach dem Sündenfall zeigte GOTT Adam und Eva auf, welche Folgen ihr Ungehorsam für sie und die Menschheit haben würde: Es heißt, dass die Frau sich über den Mann erheben würde. Mit Verlangen (hebr.: teshuqah) ist nicht das sexuelle Verlangen zwischen Mann und Frau gemeint, wie aus dem Kontext ersichtlich wird. Es geht vielmehr darum, Macht, Kontrolle und Dominanz über den Mann auszuüben, was einer Frau nicht zusteht. Gleichzeitig verweist GOTT darauf, dass der Mann nach Seinem Willen über die Frau herrschen (hebr.: maw-shal'), d.h. Herr über die Frau sein wird. Das hebräische Wort für wird kann auch mit soll wiedergegeben werden. Es drückt eine Aufforderung bzw. die natürliche Bestimmung des Mannes als Haupt der Frau aus, wie es auch das Neue Testament bestätigt. Dass der Mann das Haupt der Frau sein soll, stellt eine allgemeingültige Ordnung dar; genauso wie Christus das Haupt des Mannes und GOTT das Haupt Christi ist. Als solche ist sie unabhängig von historisch-kulturellen Gegebenheiten. Zudem gebietet Paulus, dass die Männer ihre Frauen lieben sollen wie Christus die Gemeinde liebt. Auch dies macht deutlich, dass es sich um ein allgemeines Gebot handelt, welches nicht auf eine bestimmte Personengruppe beschränkt ist.
Titus 2,1-5
1 Du aber rede, wie sich’s ziemt nach der heilsamen Lehre: 2 Den alten Männern sage, dass sie nüchtern seien, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; 3 desgleichen den alten Frauen, dass sie sich verhalten, wie es Heiligen ziemt, nicht verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben, fähig, Gutes zu lehren, 4 damit sie die jungen Frauen zur Besonnenheit anhalten, dass sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, 5 verständig seien, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterordnen, damit nicht das Wort GOTTES gelästert werde.
Paulus gibt seinem Mitarbeiter Titus Anweisungen, wie sich Männer und Frauen in der Gemeinde verhalten sollen. Die einleitenden Worte wie sich's ziemt nach der heilsamen Lehre verdeutlichen, dass es sich auch hier - wie in den allermeisten Fällen - um allgemeingültige Gebote handelt, die unabhängig von gesellschaftlichen Umständen sind. Die älteren Frauen werden angewiesen, die jüngeren Frauen Gutes zu lehren. Hier ist nicht ausdrücklich von einer Unterweisung im Wort die Rede, was in erster Linie Aufgabe der Brüder ist. Es geht vielmehr darum, die jungen Frauen praktisch anzuleiten, ihren von GOTT zugedachten Rollen als Ehe- und Hausfrauen gerecht zu werden und ihnen darin selbst ein Vorbild zu sein. Dazu gehört unter Anderem, die eigenen Männer und Kinder (falls vorhanden) zu lieben und sich den Männern unterzuordnen.
Hebräer 13,17
17 Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.
Im Hebräerbrief werden die Gläubigen dazu aufgefordert, ihren geistlichen Leitern zu folgen und sich ihren Weisungen unterzuordnen. Diese Tatsache verneint eine Leiterschaft für Frauen ausdrücklich, da eine Frau sich ihrem Mann in allem unterordnen soll. Folglich kann sie keiner Gemeinde vorstehen, da dies bedeuten würde, dass ein Mann sich seiner Frau unterordnen müsste, was wiedrum die von GOTT verordneten Rollen ins Gegenteil verkehren würde. Bei männlichen Ältesten hingegen bleibt GOTTES Schöpfungsordnung gewahrt.
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3. Warum Frauen nicht lehren und leiten sollen
1. Timotheus 2,11-14
11 Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. 12 Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann herrsche, sondern sie sei still. 13 Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. 14 Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und übertrat das Gebot.
Das altgriechische Wort goonay kann sowohl mit Frau als auch mit Ehefrau übersetzt werden. In diesem Falle bezieht es sich auf alle Frauen; d.h. nicht nur auf die verheirateten. Sowohl in der semitischen als auch in der griechisch-römischen Kultur hatten Frauen äußerst begrenzte Möglichkeiten, sich zu bilden; ganz anders als heute. Während Männer, insbesondere aus wohlhabenderen Familien, eine Ausbildung erhielten, verfügten Frauen nicht selten über gar keine Bildung. Daher kann die Anweisung von Paulus, dass Frauen lernen sollen, angesichts der damaligen gesellschaftlichen Umstände als Fortschritt betrachtet werden. Wie alle Christen sollen auch gläubige Frauen fortwährend und ungestört lernen, um in der Erkenntnis GOTTES und seines Wortes zuzunehmen. Paulus verbietet Frauen nicht grundsätzlich das Reden in der Gemeinde - wie es in manchen Kirchen üblich ist - sondern lediglich das ungefragte Dazwischenreden, wodurch die Versammlung gestört wird. Wenn Frauen etwas nicht verstehen, empfiehlt Paulus ihnen, zuhause ihre eigenen Männer zu befragen (1. Korinther 14,33-35).
Auf der anderen Seite untersagt Paulus Frauen ausdrücklich sowohl das Lehren als auch das Leiten (herrschen) in der Versammlung. Diese Anweisung begründet Paulus mit der ursprünglichen Schöpfungsordnung (1. Mose 2,7 + 20-25). Aus dieser geht klar hervor, dass GOTT zuerst den Mann schuf, damit er das Haupt der Frau sei. Diese Reihenfolge der Schöpfung hat eine allgemeingültige Anwendung, sowohl in der Familie als auch in der Gemeinde (1. Korinther 11,3 / Epheser 5,22-33 / Titus 2,3-5 / 1. Petrus 3,1-6). Als weiteren Grund, weshalb Frauen nicht als Pastoren dienen oder geistige Autorität über Männer haben sollen, nennt Paulus die Tatsache, dass Eva verführt wurde. Adam hingegen, der Mann Evas, wurde nicht verführt, sondern sündigte willentlich, indem er auf die Stimme seiner Frau statt auf GOTT hörte und von der verbotenen Frucht aß. Demnach sollen Frauen nicht lehren, da sie leichter irregeführt werden können; wie es die Praxis (besonders in charismatischen Kreisen) immer wieder bestätigt. Die Erklärung von Paulus macht deutlich, dass seine Weisungen weder zeitlich noch kulturell bedingt sind, wie oft behauptet wird, sondern unmittelbar aus der Schöpfung und dem Sündenfall abgeleitet sind. Anderenfalls hätte er dies entsprechend formuliert. Insofern ist die Anname, dass Paulus im dritten Kapitel seines Briefes Frauen das Lehren und Leiten erlauben würde, während er es ihnen im vorherigen Kapitel ausdrücklich untersagt, nicht haltbar. Vers 10 verdeutlicht zusätzlich, dass die Weisungen des Apostels im ersten und zweiten Timotheusbrief eine grundsätzliche Bedeutung haben und sowohl damals als auch heute gültig sind. So verhält es sich auch mit 1. Korinther 11,1-16, wo Paulus seine Anordnung ebenfalls mit der Schöpfung begründet. Dass Paulus hier in der Ich-Form schreibt, bedeutet nicht, dass er lediglich eine persönliche Meinung oder Empfehlung äußert, wie er es an anderen Stellen tut (1. Korinther 7,6 + 10 + 12 + 25 + 40 / 2. Korinther 8,10), sondern bekräftigt, dass es sich um eine allgemeine Weisung des Herrn handelt, auf deren Umsetzung der Apostel besteht.
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4. Frauenkreise und Kindergruppen
"Frauenkreise", wie sie mitlerweile in vielen Gemeinden existieren, sind neumodische Erscheinungen, die es so in der Anfangszeit des Christentums nicht gab und die auch von GOTT so nicht vorgesehen sind. Denn auf diese Weise entziehen sich Frauen der Autorität der Männer und Ältesten, um selbst geistliche Autorität auszuüben, was ihnen gemäß der Bibel nicht zusteht und was genau genommen ein Ausdruck fleischlichen Aufbegehrens ist. Dasselbe betrifft auch Gebets- und Missionskreise und sonstige Dienste, die nicht selten von Frauen geleitet werden. Statt sich abzusondern, sollten alle gläubigen Frauen, ebenso wie alle gläubigen Männer, an den normalen Versammlungen in ihrer Gemeinde teilnehmen. Statt zu lehren bzw. zu leiten, sollen Frauen in der Stille lernen und sich unterordnen. Aus biblischer Sicht betrachtet besteht für Männer und Frauen kein Grund, sich getrennt zu versammeln. Auch persönliche Themen, die oft als Vorwand genannt werden, können unter Anwesenheit der Ältesten und aller Gläubigen besprochen werden. Schließlich sollen sich Gläubige als eine Familie verstehen, in der alle offen voreinander sind. So erhält jeder die Chance, am Leben der anderen teilzuhaben und nach seinen Möglichkeiten zu dienen. Wenn es um sehr dringende intime Dinge geht, kann sich ein Teil der Schwestern für eine betimmte Zeit zurückziehen. Dies betrifft jedoch konkrete Situationen, zum Beispiel, wenn eine Frau oder Schwester in akuter Not ist. Es sollte daher nicht die Regel sein. Wenn Frauen sich treffen wollen, um gemeinsam GOTTES Wort zu studieren, sollte mindestens ein Bruder, der mit der Lehre in der Gemeinde betraut ist, anwesend sein, um das Wort zu lehren bzw. um das Gesagte zu prüfen und ggf. korrigieren zu können.
Sprüche 1,8
8 Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter.
"Kinderkreise", die von Frauen geleitet werden, sind ebenfalls nicht biblisch, auch wenn es an sich keinen biblischen Grund gibt, der dagegen spricht. Der oben genannte Vers bezieht sich jedoch auf die häusliche Erziehung von Kindern und ist daher als Begründung ungeeignet. Dazu gehört, Jungen und Mädchen bis zum mündigen Alter im Willen GOTTES zu unterweisen und sie zu einem gottgefälligen Leben anzuleiten. Die Vermittlung der Lehre an Kinder und Jugendliche im Rahmen geistlicher Versammlungen sollte dennoch nach Möglichkeit in der Verantwortung von Brüdern liegen; während Schwestern die Kinder praktisch anleiten bzw. sich anderweitig mit ihnen beschäftigen können.
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5. Was ist mit Deborah, Miriam, Phoebe, Junia usw.?
Richter 4,4 f.
4 Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, die Frau Lappidots. 5 Sie hatte ihren Sitz unter der Palme Deboras zwischen Rama und Bethel auf dem Gebirge Ephraim. Und die Israeliten kamen zu ihr hinauf zum Gericht.
2. Könige 22,14
14 Da gingen hin der Priester Hilkija, Ahikam, Achbor, Schafan und Asaja zu der Prophetin Hulda, der Frau Schallums, des Sohnes Tikwas, des Sohnes des Harhas, des Hüters der Kleider, und sie wohnte in Jerusalem in der Neustadt; und sie redeten mit ihr.
Jesaja 8,4
4 Und ich (Jesaja) ging zu der Prophetin; die ward schwanger und gebar einen Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Nenne ihn Raubebald-Eilebeute!
Lukas 2,36 f.
36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser. Sie war hochbetagt. Nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt 37 und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel und diente GOTT mit Fasten und Beten Tag und Nacht.
Deborah war die einzige weibliche Richterin unter 13 männlichen Richtern. Miriam, Hulda und Hanna waren die einzigen weiblichen Prophetinen unter dutzenden männlichen Propheten, die in der Bibel erwähnt werden. Ein Prophet ist zudem nicht automatisch Ältester, sondern gibt situationsspezifische Botschaften von GOTT weiter. Die Aufgabe, das Volk zu lehren, liegt im alten wie im neuen Bund bei den Ältesten der Gemeinde. Selten waren auch Propheten mit der Lehre betraut; wie im Falle des Propheten Samuel. Miriam war Moses und Aarons Schwester und führte den Lobgesang bzw. Reigentanz der Frauen an. Sie war nicht die Leiterin der Gemeinde. Bei der in Jesaja erwähnten Prophetin handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Ehefrau des Propheten Jesajas, die möglicherweise gemeinsam mit ihrem Mann im Dienste des HERRN stand. Athalia und Isebel - die zwei bekanntesten Frauen zur Zeit der Könige - können keinesfalls als Vorbilder für weibliche Leiter gelten. Sowohl das Königtum als auch das Amt des (Hohe-)Priesters waren ausschließlich Männern vorbehalten. Auch alle Apostel, die Jesus persönlich auserwählt hatte, waren Männer. Ebenso werden im neuen Testament nur männliche Älteste erwähnt. Dagegen gibt es kein einziges Beispiel von Frauen als Leiterinnen. Dies setzte sich bei den nachapostolischen “Kirchenvätern“ bis in die Neuzeit fort. Auch sämtliche Briefe des neuen Testaments, die den frühchristlichen Gemeinden zur Lehre und Unterweisung dienten, wurden ausschließlich von gläubigen Männern verfasst.
Darüber hinaus ist die Autorität von Frauen im alten Testament im Hinblick auf die neutestamentliche Gemeinde GOTTES nicht relevant. Der Brief an Timotheus und Titus zeigen den Leib Christi als neue Musterordnung für GOTTES Gemeinde. Hinzu kommt, dass das Mosaische Gesetz nur ein Schatten des Vollkommenen darstellt. Viele Gesetze und Gebote waren für eine begrenzte Zeit gegeben (siehe Recht auf Entlassung, Recht auf Mehrehen, Recht auf Rache usw.). Insofern stellen Israel und das Mosaische Gesetz keinen Maßstab für Christen, und Beispiele wie Deborah und Co. kein Vorbild für die heutige Gemeinde dar. Im Buch Hosea lesen wir, wie GOTT dem Propheten gebot, sich eine Hure zur Frau zu nehmen. Dies war nicht nur Sünde nach dem Mosaischen Gesetz, sondern auch gesellschaftlich absolut verpöhnt. Es zeigt jedoch, dass GOTT unter bestimmten Umständen Ausnahmen erlaubt, ohne dass dadurch die Regel aufgehoben wird.
Apostelgeschichte 1,12-14
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der Ölberg heißt und nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Hier ist lediglich von Frauen die Rede, die (außer Maria) nicht namentlich erwähnt werden. Ebenso wenig werden sie als Apostel oder Leiter beschrieben. Es heißt nur, dass sie zusammen mit den Aposteln im Gebet verharrten. Zu diesem Zeitpunkt war der Heilige Geist noch nicht über die Jünger ausgegossen worden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, grundsätzlich nichts in einen Text hineinzulesen, was nicht dasteht, nur, um die eigene Lehrmeinung zu stützen; wie es mit solchen und ähnlichen Texten oft gemacht wird.
Römer 16,1-7
1 Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die den Dienst an der Gemeinde von Kenchreä versieht, 2 dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich’s ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht; denn auch sie hat vielen beigestanden, auch mir selbst. 3 Grüßt die Priska und den Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, 4 die für mein Leben ihren Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden der Heiden, 5 und die Gemeinde in ihrem Haus. 6 Grüßt Maria, die viel für euch gearbeitet hat. 7 Grüßt den Andronikus und die Junia(s), meine Stammverwandten und Mitgefangenen, die unter den Aposteln angesehen und vor mir in Christus gewesen sind.
Philipper 4,2 f.
2 Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn. 3 Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, steh ihnen bei; sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen andern Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens stehen.
Von keiner der hier erwähnten Personen heißt es, dass sie Älteste wären bzw. irgendeine leitende Funktion innerhalb der Gemeinde innehätten. Dass Phöbe, Priska (die Frau Aquilas), Evodia und Syntyche als Mitarbeiter bzw. Gefährten des Paulus bezeichnet werden, sagt nichts darüber aus, in welcher Weise sie dem Apostel gedient haben; ob in der Verkündigung des Evangeliums, durch praktische Hilfe (z.B. Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Obdach und Sonstigem) oder schlichtweg, indem sie Paulus geistlich beistanden, um ihn in seiner Mission zu stärken. All diese Dinge sind Frauen grundsätzlich erlaubt. Die Annahme, dass es sich bei diesen Personen um geistliche Leiter gehandelt hat, steht jedoch in direktem Widerspruch zu den Anweisungen des Apostels (1. Timotheus 3,1-7 / Titus 1,5-9).
Auch Diakone (altgr.: diakonos) sollen nach dem Willen GOTTES männlich sein (1. Timotheus 3,8-13). Dass Phöbe von Paulus als Dienerin bezeichnet wird, wofür im Griechischen dasselbe Wort (diakonos) steht, ändert nichts an dieser Tatsache. Es zeigt vielmehr, dass auch im Hinblick auf den diakonischen Dienst zwischen leitenden Funktionen (für Brüder) und ausführenden Tätigkeiten (für Schwestern) zu unterscheiden ist. Dass Junia(s) unter den Aposteln angesehen war, heißt nicht, dass sie selbst zu den Aposteln zählte, sondern drückt aus, dass sie in ihrem Dienst für den Herrn und das Evangelium große Hingabe bewies, wofür sie unter den Aposteln geschätzt war und wodurch sie anderen als Vorbild diente. Die Bibel spricht stets von 12 Aposteln. Hinzu kommt der Apostel Paulus, welcher ebenfalls so bezeichnet wird. Darüber hinaus werden keine weiteren Apostel erwähnt.
Dass Apollos von Priska und ihrem Mann Aquila im Weg des Herrn unterwiesen wurde, macht sie nicht zu einer Leiterin; genauso wenig wie die Tatsache, dass in deren Haus geistliche Versammlung abgehalten wurden. Zudem wird aus dem Text ersichtlich, dass es sich nicht um eine geistliche Versammlung handelte und dass Apollos zu jenem Zeitpunkt noch kein Jünger des Herrn war, auch wenn er bereits starken Eifer für das Wort zeigte. Demnach kann diese Unterredung im Rahmen eines geistlichen bzw. evangelistischen Austausches mit einer einzelnen Person außerhalb der Gemeinde verstanden werden. Abgesehen davon sagt der Text nichts darüber, wer in diesem Fall das Wort geführt hat. Dass der Name von Priska an mehreren Stellen als erstes vor dem Namen ihres Mannes genannt wird, sagt an sich überhaupt nichts aus. Daher sollte auch hier nichts hineininterpretiert werden; zumal in 1. Korinther 16,19 der Name Aquilas zuerst genannt wird.
2. Johannes 1,2 f.
1 Diesen Brief schreibt der Älteste. Er richtet sich an die auserwählte Herrin und ihre Kinder, die ich aufrichtig liebe, wie es alle tun, die GOTTES Wahrheit kennen – 2 die Wahrheit, die in uns lebt und für immer in unseren Herzen sein wird.
Aus dem Kontext wird ersichtlich, dass es sich bei dem Adressaten des zweiten Johannesbriefes um eine alleinerziehende Frau handelte. Da sie offenbar keinen Mann hatte oder von diesem geschieden lebte, war sie diejenige, die ihrem Haus vorstand. Dies könnte ein Grund dafür sein, weshalb Johannes sie als Herrin (altgr.: kyria) anspricht. Andererseits könnte dies eine damals übliche Art der Anrede für eine in der Gesellschaft angesehene Frau gewesen sein, was Höflichkeit und Ehrerbietung zum Ausdruck bringen soll. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Johannes diese Person - im Gegensatz zu den meisten anderen gläubigen Frauen, die im neuen Testament erwähnt werden - nicht bei ihrem Namen nennt. In jedem Fall hat die Anrede als Herrin nicht den geringsten Bezug zu einer Leitungsfunktion innerhalb der Gemeinde, wie sie Johannes als Ältester (altgr.: presbyteros) innehat; zumal Johannes sie nicht mit "meine" oder "unsere" Herrin anspricht. Der Inhalt des Briefes offenbart zudem, dass diese Person noch nicht lange gläubig war, weshalb sie von Johannes im Willen GOTTES unterwiesen wird.