"Warum hat Gott im Alten Testament das Töten von Menschen befohlen?"

Um diese Frage verständlich zu beantworten, ist es zunächst einmal von grundlegender Bedeutung, den Sinn und Zweck von Gottes Schöpfungsplan zu verstehen.

Gottes Absicht von Anfang an war, dass alle Menschen in Frieden auf Erden und in Verbin-dung mit ihrem Schöpfer leben. Ein Dasein des Menschen ohne Bezug zu Gott war hingegen nicht in Gottes Sinne. Und das nicht ohne Grund. Denn nachdem der Mensch sich von Gott abgewandt hatte und eigene Wege ge-gangen ist, hat er bereits nach kurzer Zeit die gesamte Schöpfung ins Elend gestürzt. Dieser Zustand dauert bis bis zum heutigen Tage an....

Unser Leben und alles, was wir im Leben haben, kommt von Gott. Deshalb sollte - im Gegen-satz zu unserer humanistisch geprägten Welt-sicht - nicht der Mensch mit seinen Rechten im Zentrum des Lebens stehen, sondern Gott. Kein Mensch hat von Natur aus einen "An-spruch" auf sein Leben noch irgendetwas, das er für sich begehrt. Sowohl unser Leben, als auch das Gute, an dem wir uns im Leben erfreu-en, sind gaben Gottes, die wir dankbar und demütig aus Gottes Hand empfangen dürfen.

Da Gott uns darüber hinaus zu einem bestimm-ten Zweck geschaffen hat, besitzen wir nicht das Recht, selbst über unser Leben zu bestim-men bzw. einfach das zu tun, was wir wollen. Denn zum einen gäbe es ohne Gott kein Leben; zum anderen sind es nicht unsere eigenen Werte- und Moralvorstellungen, sondern Gottes Gebote, die entscheidend für unser Leben und welche gleichzeitig vollkommen, gerecht und gut für alle Menschen sind.

Nur dann, wenn wir in Übeeinstimmung mit dem Willen unseres Schöpfers leben, haben wir Menschen eine Berechtigung, zu existieren. Leben wir hingegen an Gottes Willen vorbei, so verfehlen wir damit unsere Bestimmung. Alles, was wir Menschen tun, das nicht dem Willen unseres Schöpfers entspricht, ist Sün-de. Gottes Urteil über Sünde ist der Tod. Dass wir sündigen Menschen, die wir nach Gottes Maßstab den Tod verdienen, dennoch leben und die Hoffnung haben dürfen, durch die Auferstehung vom Tod erlöst zu werden, ver-danken wir allein Gottes Gnade.

 

Denn bereits vor Erschaffung der Welt fasste Gott einen Plan, um die abgefallene Mensch-heit zu erretten. Dieser Plan bestand darin, den Menschen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes die Möglichkeit zu geben, sich für oder gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden. Alle Menschen, die sich zu einem Leben mit ih-rem Schöpfer entschließen würden, sollte die Verheißung des Ewigen Lebens zuteil wer-den.

Für alle anderen, die sich Gott widersetzen und die Erde durch ihre bösen Taten verder-ben, hat Gott das Gericht vorgesehen, in dem er die gottlosen Menschen verurteilen und die Erde von allem Bösen befreien wird. Auf diese Weise können diejenigen, die Gott lieben, eines Tages wieder in Frieden und Sicherheit auf Erden wohnen, und das für immer.

​​Um sein Vorhaben zur Rettung der Mensch-heit zu verwirklichen, berief Gott zunächst einzelne Menschen in seinen Dienst. Mit ihnen schloss Gott einen Bund und gab Ihnen seine Verheißungen. So ging aus dem Menschen na-mens Abraham und seinen Nachkommen ein ganzes Volk hervor; das Volk Israel. israel war Gottes erstes auserwähltes Volk, durch welches Gottes Heil zu allen anderen Völ-kern der Erde kommen sollte.

Nachdem die Israeliten zunächst viele Jahre als Sklaven in Ägypten gelebt hatten, wo sie grausam unterdrückt wurden, befreite Gott sein Volk schließlich durch einen Mann na-mens Mose. Gott versprach Israel seinen Segen sowie ein fruchtbares Land, in dem es für immer in Frieden leben sollte. Die Voraus-setzung hierfür war, dass das Volk Gott treu bleibt und bereit ist, Gottes Gebote und Ord-nungen zu achten.

Zur Zeit Israels war die Erde erfüllt von Leid und Ungerechtigkeit. Keines der anderen Völ-ker fragte nach dem wahren Gott, noch beachtete irgendjemand Gottes Gebote. Statt-dessen verehrten die meisten von ihnen selbstgemachte Götter. Dabei vollzogen die Menschen religiöse Rituale, die in Gottes Augen abscheulich sind. Somit sah sich Gottes Volk von vielen Feinden umgeben, die nur darauf auswaren, es anzugreifen und zu ver-nichten.

Die einzige Möglichkeit für Israel als Volk zu überleben, bestand darin, die übrigen Natio-nen um sie herum zu schlagen. Um darüber hinaus zu verhindern, dass Israel sich zur Anbetung jener falschen Götter verleiten lässt – wie es immer wieder geschah – befahl Gott seinem Volk, seine Feinde zu bekämpfen, ihre Städte zu erobern und an ihnen den Bann zu vollstrecken, das heißt, alle Menschen darin zu töten bzw. zu vertreiben. Gleich-zeitig versprach Gott Israel seinen Schutz und Beistand im Kampf gegen diese Völker. So bezwang Israel mit der Hilfe Gottes innerhalb kurzer Zeit viele mächtige Nationen, bis es schließlich in das Land, das Gott ihnen ver-sprochen hatte, einziehen konnte. Außerdem sollten dadurch alle Völker erkennen, dass Gott mit Israel ist und dass Gott Menschen, die ihn aufrichtig lieben und ihm die Treue halten, belohnt.

 

Das Töten von Menschen war ein damals not-wendiger Schritt, um Israels Existenz als Gottes auserwähltes Volk inmitten von Natio-nen, die Gott und seinem Volk feindselig gegenüberstanden, zu sichern. Zugleich voll-zog Gott auf diese Weise damals sein Gericht an den Völkern, die seinen heiligen Namen durch ihre gottlosen Taten und religiösen Praktiken entweiht hatten.

Nachdem Gott seinem Volk Ruhe vor seinen Feinden verschafft hatte, konnten die Israe-liten in ihrem neuen Land unter dem Segen Gottes in Frieden und Wohlstand leben und dabei den anderen Nationen als Vorbild die-nen, damit sich auch diese zum lebendigen Gott bekehren und gerettet werden. Denn durch Israel sollten auch die übrigen Völker Anteil an Gottes Verheißungen bekommen.

Darüber hinaus gab Gott Israel Gebote und Vorschriften, deren Übertretung die Bestra-fung mit dem Tod nach sich zog. Dazu ge-hörten unter anderem Mord, Ehebruch sowie andere schwerwiegende Vergehen. Diese ab-schreckenden Maßnahmen dienten dazu, Got-tes Volk in Seiner Gerechtigkeit zu erziehen, damit die Menschen lernen, den einzig wahren Gott anzubeten, das Gute zu tun und das Böse, wodurch die Menschen Not und Ver-derben über den Planeten gebracht haben, zu meiden. Auf der anderen Seite sollten diese Strafen Israel daran erinnern, dass die Konsequenz der Sünde der Tod ist, und sie gleichzeitig dazu ermahnen, Gott treu zu bleiben. Auf diese Weise  wollte Gott verhin-dern, dass die Menschen von IHM abfallen und endgültig verloren gehen.

Auch wenn Gottes Urteile für einige Men-schen heutzutage grausam und ungerecht erscheinen mögen, so handelt Gott prinzi-piell zum Wohle aller. So zielt auch Gottes Heilsplan von Anfang an darauf ab, die Welt von Leid und Unrecht zu befreien und den Frieden für die gesamte Schöpfung für alle Zeit wiederherzustellen. Und das ist es schließlich, wonach jeder Mensch sich sehnt.

​​Im Zentrum von Gottes Erlösungsplan steht Jesus Christus, den Gott zum Retter der Men-schen sowie zum König über Israel und alle anderen Völker bestimmt hat. Als die Zeit gekommen war, sandte Gott Jesus zu den Men-schen seines Volkes, um Israel von seinen Sünden zu erretten und ihnen den Weg zum Ewigen Leben zu zeigen. Jesus lehrte die Men-schen, strikt auf Gewalt zu verzichten. inso-fern gibt es keine Rechtfertigung für die unzähligen Gewaltverbrechen der Katholi-schen Kirche, die sie aus rein machtpoliti-schen Gründen unter der Führung der Päpste im Namen Gottes begangen hat.

Heute lässt Gott seine frohe Botschaft unter allen Völkern der Erde verkünden, damit je-der, der will, durch den Glauben an Jesus Teil von Gottes Volk werden und damit an allen göttlichen Verheißungen im Hinblick auf die kommende Weltzeit, wo alle Menschen für immer und ewig in Frieden leben werden, teil-haben kann.